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Kunst und Kultur für die Zukunft einer Kirche

Benefiz-Dinner in Burbach brachte über 7.800 Euro ein

 

Wie kann die Kirchengemeinde auch künftig ihren Aufgaben nachkommen? Für die Ev. Kirchengemeinde Burbach hängt die Beantwortung dieser Frage eng zusammen mit ihrer finanziellen Situation. Im Jahre 2002 musste sie 2 Mio. Euro aufbringen, um die alte Kirche grundlegend zu renovieren. Für Jahrzehnte ist das altehrwürdige Gebäude nun in einem guten baulichen Zustand. Die Kirche wird benötigt, auch wenn ihre Unterhaltung jährlich über 30.000 Euro an Kirchensteuern verschlingt. Von der Finanzierung der Renovierung muss noch ein verzinster Kredit in einer Resthöhe von 180.000 Euro finanziert werden. 25.000 Euro kostet das die Kirchengemeinde für Abtrag und Zinsen jährlich. Geld, das die Gemeinde lieber in die Arbeit mit den Menschen investieren möchte. Zudem sieht sich die Kirchengemeinde aufgrund der kleiner werdenden Zahl der Gemeindeglieder zu drastischen Sparmaßnahmen gezwungen.

Daher wurde in der Kirchengemeinden im vergangenen Herbst die Aktion ProKirche ins Leben gerufen. Mit Spendenaufrufen und besonderen Aktionen sollte die Finanzsituation der Kirchengemeinde verbessert werden. Presbyter Werner Unverzagt ist optimistisch, dass die Aktion ProKirche der Kirchengemeinde einen Betrag von insgesamt 50.000 Euro erbringen wird.

 

Als krönender Abschluss der Aktion ProKirche hatte sich die Kirchengemeinde etwas Außergewöhnliches einfallen lassen. Sie lud jetzt zu einem kulinarisch-musikalischen Highlight in die neue Mensa der örtlichen Gemeinschaftsschule ein. Damit der Wert der Veranstaltung erkannt wurde, kostete die Eintrittskarte pro Person 78 Euro. Ein stolzer Preis, der jedoch deutlich seinen Gegenwert fand. Und das Schöne für die Kirchengemeinde: Alle Zutaten wurden gesponsert, so dass die kompletten Einnahmen der Kirchengemeinde zugutekamen.

 

Nicht nur Menschen aus Burbach hatten sich eingefunden, um den besonderen Abend zu genießen. Pfarrer Jochen Wahl hieß die Gäste zum Benefiz-Programm herzlich willkommen zu einer hervorragenden Musik, einem guten Essen und er wünschte den Teilnehmenden gute Begegnungen. Besonders begrüßte er den international bekannten Pianisten Andreas Woyke aus Graz. Woyke ist in Burbach aufgewachsen und hat in der Zeit seiner musikalischen Anfänge auf der Orgel der Burbacher Kirche geübt. Ein herzlicher Dank galt auch dem Koch Bernd Sahm, der die Gaumen der Gäste auf's Köstlichste verwöhnte.

Bürgermeister Christoph Ewers freute sich, dass das Benefizdinner in der neuen Mensa der Gemeinschaftsschule stattfand und dass sich Schülerinnen und Schüler mit einbringen. „Dies trägt dazu bei, dass die Schule am Ortsrand und das Dorf zusammenwachsen.“ Er wünschte sich, dass durch den Abend Dialog und Begegnung gefördert werden.

 

Pianist Andreas Woyke bot den Gästen eine abwechslungsreiche Konzertreise durch die Welt. Er eröffnete den ersten Teil des abwechslungsreichen Konzertes mit dem Präludium C-Dur 846 -attacca- von Johann Sebastian Bach. Da Bach seine Kompositionen nicht ausnotierte, sondern Akkorde aufgeschrieben habe, so Woyke in seinen Erläuterungen, bleibe Raum für eigene Interpretationen. Das zweite Stück, eine eigene Komposition des Künstlers mit dem Titel „Himalayan Sunrise“ führte nach Asien. Von dem polnischen Komponisten Frédéric Chopin spielte Woyke das Fantasie-Impromptu in cis-moll, ein Werk für Klavier Solo. Nach der Klassik kam der Jazz mit „Spain“ von Chick Corea aus dem Jahr 1971. Der erste Teil des Konzertes endete mit La Passione Di Matera, ein fast 15-minütiges Stück, das die Leidensgeschichte Jesu und die Auferstehung musikalisch erzählt. Inspiriert wurde der Sohn eines ehemaligen Burbacher Pfarrers durch den Film „Das 1. Evangelium – Matthäus des italienischen Regisseurs Piere Paolo Pasolini aus dem Jahre 1964.

Der zweite Konzertteil begann mit 3 Préludes aus op. 23 des russischen Komponisten Sergej Rachmaninow, gefolgt von einer eigenen Koposition Woykes mit dem Titel „Tides Of The Black Sea. Die Konzertreise endete in Argentinien ,mit Danzas Argentinas von Alberto Ginastera. Es ist ein Satz für drei Tänze für Klavier Solo geschrieben. Ginastera gilt als einer der führenden latainamerikanischen Komponisten des 20. Jahrhunderts.

 

Das Dinner begann bereits in der Konzertpause. Als Vorspeise wurde eine Kressecremesuppe mit Räucherlachsstreifen aufgetragen. Nach dem Konzert folgte als Hauptspeise Kalbsroulade an Morchelrahm mit hausgemachtem Rotkohl und Butterkartoffeln. Zum Dessert ließen sich die Gäste frische Erbdbeeren mit Limetten-Minz-Sauce schmecken.

Viele hatten zu dem gelungenen Abend beigetragen. Der ProKirche-Arbeitskreis der Kirchengemeinde und ein eigner Arbeitskreis für den Konzert-und-Dinner-Abend hatten die Veranstaltung vorbereitet. Vier Frauen aus Burbach und Würgendorf hatten die festliche Dekoration der Tische übernommen und Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule Burbach halfen beim Servieren.

 

Ein rundum gelungener Abend ging nach einem kostbaren Konzert und einem leckeren Dinner mit vielen Gesprächen zu Ende. Der Reingewinn von über 7.800 Euro brachte die Kirchengemeinde ihrem Ziel näher, das zu verzinsende Darlehen abzuzahlen.

kp

 

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