Stellungnahme der Ev.-Ref. Kirchengemeinde Burbach, der Ev. Kirchengemeinde Niederdresselndorf, der FeG Lützeln, der EFG Hickengrund, der Ev.Gemeinschaft/CVJM Holzhausen, der Ev. Gemeinschaft Niederdresselndorf, der Evangelisch-methodistischen Kirche im Hickengrund (Oberdresselndorf) und weiterer CVJMe und Gemeinschaften im Burbacher Raum zur Einrichtung eines „Laufhauses“ in einem Gebäude der ehemaligen Kaserne in Burbach

 
Von einigen Gemeindegliedern ist uns zu Ohren gekommen, dass ein Eigentümer von Gebäuden der ehemaligen Siegerlandkaserne in Burbach plant, dort ein sog. „Laufhaus“ einzurichten.
Wikipedia beschreibt ein Laufhaus folgendermaßen: „Ein Laufhaus ist ein Bordell, in dem Prostituierte ein Zimmer angemietet haben. Wenn sie für einen Freier bereit sind, steht ihre Tür offen. Teilweise sitzen sie auch in oder vor den Zimmertüren. Die Freier können durch die Gänge des Hauses laufen (daher der Name Laufhaus), um mit den Damen in ihren Zimmern zu verhandeln und gegebenenfalls einen Prostitutionsvertrag zu schließen.“
 
Diese Planung erfüllt die Leitungsgremien der oben genannten Gemeinden und Gemeinschaften mit großer Sorge. Vor allem drei Gründe sind hierfür ausschlaggebend:
 
1.      Soweit uns dies bekannt ist, wurde das Kasernengebäude an den neuen Eigentümer unter der Bedingung verkauft, dass dort vom Nachnutzer keine Vergnügungsstätte wie ein Swingerclub oder ein Casino eingerichtet und betrieben werden darf. 
Diese Vorgabe scheint der neue Besitzer mit dem Argument umgehen zu wollen, dass ein Laufhaus im rechtlichen Sinne keine Vergnügungsstätte ist. Frauen und Männer bieten sexuelle Dienstleistungen als selbstständige Unternehmerinnen und Unternehmer an und mieten zur Ausübung ihrer Tätigkeit lediglich Räumlichkeiten in dem Gebäude an. Der Eigentümer wird also nicht als Betreiber einer Vergnügungsstätte tätig, sondern tritt nur als Vermieter entsprechender Räume auf. 
2.      Es ist aus unserer Sicht zu erwarten, dass die Selbstständigkeit der dort vermutlich vorwiegend tätigen Frauen unbeschadet einer anderen rechtlichen Einordnung faktisch eine Scheinselbstständigkeit ist, die diese nicht vor wirtschaftlicher Abhängigkeit von Dritten und sexueller Ausbeutung schützt. Dies ist unseres Ermessens im Sinne des Menschenrechts völlig inakzeptabel und kann nicht im Sinne der Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Burbach sein. Vielmehr sollten vor allem Frauen, aber sicher auch Männer, vor solchen Erfahrungen geschützt werden. Auf keinen Fall dürfen aber durch die Einrichtung eines Laufhauses solche Abhängigkeiten und Erfahrungen noch unterstützt werden.
3.      In unmittelbarer Nähe haben auf dem Kasernengelände Flüchtlingsfamilien mit Kindern Unterkunft gefunden. Besonders der Schutz der oft durch Fluchterfahrungen oder Kriegsereignisse traumatisierten Kinder ist den Bürgerinnen und Bürgern sowie der Gemeindeverwaltung Burbach ein großes Anliegen und eine Verpflichtung. Es besteht die große Sorge, dass die Kinder durch die Einrichtung eines Laufhauses und das hierdurch geförderte soziale Umfeld (Stichworte: Drogen, Gewalt, Ghettoisierung, Clan-Bildung…) retraumatisiert oder auf andere Weise psychisch geschädigt werden. Das jedoch wäre hochgradig verantwortungslos gegenüber Kindern, deren Schutz der Gemeinde Burbach ein besonderes Anliegen ist.
 
Vor allem aus diesen Gründen warnen wir eindringlich vor der Einrichtung eines Laufhauses an dieser Stelle und bitten die Bevölkerung Burbachs herzlich, ihre Stimme ebenfalls gegen dieses Vorhaben zu erheben, um den Plan des Eigentümers möglichst zu verhindern.
 
Im Namen aller oben genannten Gemeinden
Jochen Wahl, Pfarrer
Burbach, 05.07.2022
 
 

   

   

   

   

   

   

   

   

   

   

   

   





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